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Pressemeldungen


Dienstag, 23.02.2016

Der Standard, Kulturteil, Seite 27

Die "Theaterallianz" prämiert Thomas Köck

Wien - Die 2013 von Kosmos-Theater, Phönix-Theater, Klagenfurter Ensemble sowie den Schauspielhäusern Salzburg und Wien gegründete "Theaterallianz" wächst um das Grazer Theater am Lend. Man werde die Kooperation zum Austausch von Stücken weiterhin mit 90.000 Euro fördern, so Josef Ostermayer. Mit 9500 Euro ist der Dramatikerpreis dotiert, er geht an den Dramatiker Thomas Köck.

Dienstag, 23.02.2016

Die Presse, Feuilleton (Seite 21)

Theaterallianz-Autorenpreis geht an Thomas Köck

Die österreichische Theaterallianz hat erstmals einen Autorenpreis vergeben - an den jungen Oberösterreicher Thomas Köck. Sein prämierter Stückentwurf "Kudlich - Eine anachronistische Bauernoper" wird in der nächsten Saison am Schauspielhaus Wien uraufgeführt. Der Preis ist mit 9500 Euro dotiert und wird aus Mitteln des Bundeskanzleramts finanziert. Die Theaterallianz wurde 2013 vom Kosmos-Theater (Bregenz) Phönix-Theater (Linz), dem Klagenfurter Ensemble sowie den Schauspielhäusern Salzburg und Wien gegründet. Ab der kommenden Spielzeit steigt auch das Grazer Theater am Lend in den Verbund ein.

Dienstag, 23.02.2016

Kleine Zeitung, Seite 57 (Kulturteil)

Mehr Dramatik für Zeitgenossen

Das Grazer Theater am Lend macht sich seit Jahren als Brutstätte junger Dramatik verdient - künftig auch im Rahmen der Theaterallianz.

Das musste ja so kommen: Das Grazer Theater am Lend TaL wird in die Theaterallianz aufgenommen, einen Zusammenschluss freier Theater zur Fürderung heimischer Theaterautoren.
Da hat es die Richtigen getroffen - das Theater am Lend im Wist-Studentenheim in der Wiener Straße darf als etbalierte Brutstätte aktueller heimischer Dramatik gelten. Einerseits, weil die Grazer Dramatikerin Constanze Dennig zu den Gründerinnen und Betreiberinnen des Hauses zählt und etliche Gruppen hier einen soliden Spielort gefunden haben.
Andererseits, weil sich das TaL zu einer zentralen Spielstätte für zeitgenössisches österreichisches Theater aller Art gemausert hat. Zumal die Theaterplattform uniT das Haus seit Jahren als Schauplatz für ihre Produktionen nutzt und mit Instrumenten wie dem Autorenförderprogramm "Drama Forum" oder dem Retzhofer Dramapreis eine Konjunktur interessanter Dramatexte gestützt hat - Stücke von uniT-Autoren wie Gerhild Steinbuch, Ferdinand Schmalz, Ewald Palmetshofer, Christian Winkler werden heute im gesamten deutschen Sprachraum gespielt.
Das hat dazu beigetragen, dass das kleine Theater am Lend, von Stadt Graz und Land Steiermark mit gerade einmal 20.000 Euro Jahresförderung bedacht, künftig mit ungleich görßeren Partnern wie dem Schauspielhaus Wien (siehe unten) kooperieren wird. uniT-Chefin Edith Draxl, mit Dennig gemeinsam Geschäftsführerin des TaL, freut sich auf die Kooperation und die Gelegenheit, eigene Produktionen, neue Autoren, heimische Schauspieler künftig auch überregional an fünf Bühnen präsentieren zu können. Aber auch der "hinreißende Theaterraum" in der Wiener Straße soll von der neuen Arbeitsplattform und den nun möglichen Gastspielen profitieren. Draxl: "Wir hoffen, dass das die Attraktivität des Ortes in jeder Hinsicht erhöht."


Preis der Theaterallianz für Thomas Köck

Plattform um Grazer Theater erweitert, Produktionsaustausch wird forciert.

Wien. Vor nicht ganz drei Jahren schlossen sich fünf freie österreiche Theaterhäuser - das Klagenfurter Ensemble, Schauspielhaus Salzburg und Schauspielhaus Wien, das Theater Kosmos Bregenz sowie das Linzer Phönix Theater - zur Theaterallianz zusammen. Ziel dieser vom Kunstministerium geförderten Einrichtung: Austausch von Theaterproduktionen heimischer Autoren. Bis jetzt wurden 13 Gastspielreisen mit insgesamt 38 Vorstellungen mitfinanziert. Die aktuelle Bundessubvention beträgt 90.000 Euro.
Bei einer Pressekonferenz gaben Kulturminister Josef Ostermayer und Vertreter der jeweiligen Bühnen gestern in Wien die Erweiterung bekannt. Mit der Spielzeit 2016/17 wird das Grazer Theater am Lend diesem Verbund von Theaterproduzenten angehören. Gleichzeitig wurde auch der erste Preistärger des von der Theaterallianz ausgelobten und mit 9500 Euro dotierten Autorenpreises bekannt gegeben. Der aus Oberösterreich stammende Dramatiker Thomas Köck wurde für seinen Stückentwurf "Kudlich - eine anachronistische Bauernoper" prämiert.Die Uraufführung wird im Schauspielhaus Wien über die Bühne gehen und ab März 2017 bei den anderen fünf Bühnen der Theaterallianz gastieren.
Der gegenseitige Produktionsaustausch habe sich übrigens als sinnvoller herausgestellt als die Fortführung des ersten "Theaterallianz-Festivals" in Bregenz, bei dem alle beteiligten Häuser Produktionen gezeigt hatten, erläuterte Gerhard Lehner, Chef des "klagenfurter ensembles": "Sinn war, gutes Theater in die Bundesländer zu bringen und sich auszutauschen, nicht ein neues Festival zu machen."

Dienstag, 23.02.2016

OOE Nachrichten, Kultur&Leben (Seite 13)

Wie sechs Buehnen die oesterreichische Theaterkultur foerdern

Der Steyrer Dramatiker Thomas Koeck gewann den Autorenpreis der "Theaterallianz"

Der 29-jaehrige Steyrer Thomas Koeck ist eine der wichtigsten Dramatiker-Entdeckungen der Gegenwart. Nach dem Kleist-Foerderpreis, dem Thomas-Bernhard-Stipendium des Linzer Landestheater und der Stueckeauszeichnung des Else-Lasker-Schueler-Dramatikerpreises 2015 für "Isabelle Huppert (geopfert wird immer)" wurde ihm gestern der erstmals vergebene Autorenpreis der oesterreichsichen Theaterallianz zuerkannt. Koeck erhaelt die mit 9500 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Entwurf "Kudlich - eine anachronistische Bauernoper". "Vor der Folie der Biographie des Bauernbefreiers Hans Kudlich (1823-1917, Anm.) verhandelt der Text humorvoll und poetisch Fragen nach Revolution, Widerstand und letztlich nach der Gestaltungskraft des Politischen", heißt es in der Jury-Begruendung.
Das Linzer Theater Phoenix ist maßgeblicher Bestandteil dieser für die gesamte Branche vorbildhaften Kooperation heimischer Mittelbuehnen. In dieser seit 2013 bestehenden Allianz fanden das Phoenix, das Theater KOSMOS (Bregenz), das Schauspielhaus Salzburg, das klagenfurter ensemble, das Wiener Schauspielhaus und seit kurzer Zeit auch das Grazer Theater am Lend zusammen, junge Autoren zu foerdern und deren praemierte Stuecke auf allen Partnerbuehnen zur Auffuehrung zu bringen.
Die Bundessubvention von 90.000 Euro deckt alle Gagen, Reise- und Uebernachtungskosten des auf Tour gehenden Ensembles. Die Eintrittsgelder verbleiben beim oertlichen Theater. Diesmal inszeniert das Wiener Schauspielhaus, "die Wiener haben diesen Autor auch vorgeschlagen", sagt der kuenstlerische Phoenix-Leiter Harald Gebhartl im Gespraech mit den OOEN.
Nach der Urauffuehrung im Maerz 2017 wird sich diese Produktion auf die Reise zu den fuenf weiteren Buehnen machen. Nach Linz wird Koecks Siegerstueck im Herbst 2017 kommen.
Die knappe Entscheidung wurde in einem zweistufigen Verfahren ermittelt. Jede Buehne bat zwei Autoren um Texte, die eingereichen Exposés wurden anonym beurteilt und die ausgewaehlten Autoren zur Weiterarbeit ermuntert. Gebhartl: "Es sieht auch gut aus, dass zwei weitere Stuecke der Endrunde Chancen auf eine Urauffuehrung haben. Aber auch so ist diese Theaterallianz ein hervorragendes Werkzeug: Wir bringen gutes Theater in die verschieden Bundeslaender und unterstuetzen gleichzeitig vielversprechende Autoren".

Dienstag, 23.02.2016

Kronen Zeitung, Kulturteil

TaL bei österreichischer Theaterallianz

Zur besseren Vernetzung

Die Theaterallianz ist eine 2013 gegründete Plattform, die das zeitgenössische Theater fördern soll. Oberstes Ziel ist die intensive Vernetzung und die Bündelung von Ressourcen. Dafür macht der Bund 90.000 Euro pro Jahr locker. Neben dem Schauspielhaus Wien, dem Theater Kosmos in Bregenz, dem Schauspielhaus Salzburg, dem Klagenfurter ensemble und dem Theater Phönix in Linz ist nun auch das TaL - Theater am Lend aus Graz mit von der Partie.
Erstmals wurde auch ein Autorenpreis (9500 €) vergeben: Er geht an Thomas Köck. Sein Stück "Kudlich - eine anachronistische Bauernoper" wird am Wiener Schauspielhaus uraufgeführt, tourt dann durch die Bundesländer.

Dienstag, 23.02.2016

Wiener Zeitung, Feuilleton (Seite 29)

Auf Schiene

Neuer Autorenpreis der Theater-Allianz für Thomas Koeck

Wien. "Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg", dieses Motto von Henry Ford macht sich auch die oesterreichische Theater-Allianz zu eigen: Seit 2013 haben sich fuenf Mittelbuehnen - das Wiener und Salzburger Schauspielhaus, Theater Phoenix Linz, das klagenfurter ensemble sowie das Bregenzer Theater Kosmos - zusammengetanz, um wechselseitig Produktionen auszutauschen und mit den Gastspielen den jeweiligen Spielplan zu erweitern. Ab der kommenden Spielzeit ist das Grazer Theater am Lend mit an Bord.
Die Reisetaetigkeiten sind jaehrlich mit 90.000 Euro Bundessubvention ausgestattet. Bisher seien, so Minister Josef Ostermayer bei der juengsten Theater-Allianz-Pressekonferenz, 13 Gastspiele mit rund 40 Vorstellungen finanziert worden. "Der Sinn war, gutes Theater in die Bundeslaender zu bringen" sagt Gerhard lehner, kuenstlerischer Leiter des klagenfurter ensembles. "Die Gastspiele werden gut angenommen", ergaenzt Harald Gebhartl vom Linzer Theater Phoenix.

Biennaler Autorenpreis

Eine weitere Etappe in der Zusammenarbeit ist ein neu ausgelobter Autorenpreis. Der Steirer Thomas Koeck, 30, ist mit seinem Stueckentwurf, der den Arbeitstitel "Kudlich - eine anachronistische Bauernoper" traegt, der erste Preistraeger. Neben 9500 Euro Preisgeld winken eine Urauffuehrung in der kommenden Spielzeit im Wiener Schauspielhaus sowie eine bis zu 50 Vorstellungen umfassende Tournee durch die Partnerbuehnen der Bundeslaender.
Anhand des Bauernbefreiers Hans Kudlich (1823-1917) verhandelt der Text, so heißt es in den Presseunterlagen, "humorvoll und poetisch Fragen nach Revolution, Widerstand und er Gestaltungskraft des Politischen". 2017 erfolgt die naechste Auslobung des biennalen Autorenpreises.

Samstag, 06.04.2013

Die Freiheit als Nebelgespenst
Unvorhersehbare Begegnung in Jon Fosses "Winter".

So unfertig die Sätze, so baustellenartig ist die Beziehung zwischen einem glücklich verheirateten, biederen Familienvater und einer Fremden von der Straße in Jon Fosses vier "Winter"-Akten der Hoffnungslosigkeit.

In Eigenregie inszenieren sich Ninja Reichert und Werner Halbedl als verlorenes Paar bei der Graz-Premiere des Stücks im Theater am Lend. Wobei das Duo vom "Theater Quadrat" vor allem auf abgehacktes Aneinandervorbeireden setzt und mit fröstelnden Wortfragmenten das Publikum in den Sog eines düsteren Hörspiels zieht. Das knappe, deskriptive Textgerippe des norwegischen Bühnen-Shootingstars, der zu Europas meistgespielten Theaterautoren zählt, bietet allerdings immense Handlungsmöglichkeiten: Verschwitzte Liebestollheit als vermeintliches Freiheitsfeuerwerk, verzweifelter Ausbruch aus dem Sumpf des Alltags würden über nebelige Sprachohnmacht hinaus als beklemmend abstoßende Szenen dem existenziellen Seins-Skelett Fleisch verleihen. Stinkendes zwar, aber aromatisch nachhaltiges.

Ninja Reichert, Werner Halbedl in Jon Fosses "Winter“

Eli Spitz, Kleine Zeitung vom 6.4.2013

Dienstag, 13.03.2012

Reich und berühmt sein ist alles im Café Déjà vu

Alles lässt sich zu Geld machen. Ein friedlich vor sich hin dämmerndes Café wird samt dealender Kellnerin, singendem Koch und dichtendem Stammgast zur Kunstinstallation hochgejazzt, eine ehrgeizige Innendesignerin steuert ihre rechte Schamlippe bei.

Denn erstens ist Scham "nur eine Frage der Kosten", zweitens braucht die Kunst, um Aufsehen zu erregen, ein Statement - etwa gegen Genitalverstümmelung. Und sowieso legt der heftig koksende Projektentwickler das Ganze auch noch als Hedgefonds auf: Constanze Dennigs "Café Déjà vu", am Samstag im Grazer Theater am Lend uraufgeführt, mokiert sich über Berühmtheitswahn und Käuflichkeit im Kunstbetrieb.

Die Maßlosigkeit wird zur Kompassnadel einer grellen Farce, die in Franz Xaver Zachs tempo- und pointenreicher Inszenierung streckenweise heftig übersteuert. Macht aber nichts, weil das gut aufgelegte Ensemble (Martina Poel, Violetta Zupancic, Clemens Berndorff, Robert Finster und Christian Weinberger) mit Gusto agiert und am Ende die Kunst köstliche Rache am Kapital nimmt.

Ute Baumhackl, Kleine Zeitung

Sonntag, 11.03.2012

Schein und Sein“ im Theater am Lend

Im „Cafe deja vu“ nimmt das Grazer Theater am Lend das Phänomen „Schein und Sein“ in unserer Zeit unter die Lupe - eine gesellschaftskritische „Farce“ mit spitzem Humor und deftigen Dialogen.

Karrieregeilheit gegen Unvermögen lautet das Match, das die Protagonisten spielen: Das „Cafe deja vu“ ist ein Treffpunkt von Verlierern, die alle berühmt und reich werden wollen.

Karrieregeilheit gegen Unvermögen
Ein verarmter Dichter, ein erfolgloser Wirt, Koch und schlechter Hobbytenor, ein gewiefter Manager und Anlageberater sowie eine leichtgläubige Künstlerin: Sie alle träumen vom Ruhm und Reichtum und sind Opfer ihrer Unfähigkeit und Verblendung. Nur eine Studentin - als Drogendealerin erfolgreich - ist da die selbstzufriedene Ausnahme.


Künstler als Aktien mit Luftgeschäften
Theatermacherin Constanze Dennig vom Theater am Lend, die das Stück geschrieben hat, persifliert damit die Zustände unserer Zeit: „Es ist Blendung, jeder will blenden, jeder will mehr sein, als er wirklich ist. Jeder will Geld verdienen und reich werden und das möglichst ohne großen Aufwand. Die Geschichte ist die, dass ein selbsternannter Manager und Eventmanager, Anwalt, Investmentbanker - also alles, was momentan eh so auf der Tagesordnung ist, versucht, Künstler herauszubringen, und die legt er dann als Hedgefonds an, und es ist nichts dahinter.“

Blenden, Ausbeuten und über den Tisch ziehen - die Mechanismen und Ereignisse, die den Figuren widerfahren, sind durchaus aus dem Leben gegriffen, Regisseur Franz Xaver Zach: „Die Faszination des Stücks ist eigentlich das Scheitern, das Scheitern der Kunst, der gewollten Kunst oder der Pseudokunst und natürlich auch die Komik und die Absurdität an dem Ganzen, das finde ich sehr spannend.“


ORF „Steiermark heute“, 11.3.2012

Donnerstag, 10.03.2011

Theorie und Praxis

Einem von der Liebe aus der Bahn geworfenen Professor dienen in “Klassische Liebesschnipsel“ von Constanze Dennig zwei Helden der Literatur als Einflüsterer. Theorie und Praxis, Vernunft und Leidenschaft lässt die Autorin, die auch selbst inszeniert hat, dabei im Grazer Theater am Lend aufeinandertreffen.

Der Linguist Verdutzi ist ein Mann der Theorie – die Liebe interessiert ihn eigentlich nur in ihrer literarischen Form. Dabei versucht seine Assistentin ihn schon seit längerer Zeit zu verführen. Das bekommen sogar die Statuen von Goethe und Schiller mit, die er in der Bibliothek stehen hat – und melden sich zu Wort.
Theorie und Praxis prallen in Constanze Dennigs Stück aufeinander. In Form von Puppen lässt sie die Statuen von Goethe und Schiller erwachen und zu Einflüsterern des verwirrten Wissenschafters werden. Goethe (Carola Gartlgruber) propagiert die Leidenschaft, Schiller (Birgit Linauer) die Vernunft. Es ist keine Lösung in Sicht, ein Besäufnis scheint der letzte Ausweg zu sein.
Mit philologisch feiner Feder hat Dennig das Stück geschrieben, mit Fokus auf die humoristische Umsetzung hat sie es inszeniert. Dass Franz Xaver Zach seinen Verdutzi (vor allem in betrunkenem Zustand) mit vielen Anleihen an den Butler James aus „Dinner for One“ anlegt, scheint da nur konsequent. Und auch Margarethe Tiesel findet einen sehr klassisch komödiantischen Zugang zu ihrer Rolle als Assistentin Elvira.
„Klassische Liebesschnipsel“ ist eine äußerst sympathische Komödie der alten Schule, die durch das Puppenspiel um eine Facette erweitert wurde.

Christoph Hartner, Kronen Zeitung vom 10.03.2011

Mittwoch, 19.01.2011

Kinder unerwünscht

Ein Theaterstück ohne Schauspieler, bei dem Kinder verboten sind. Klingt vorerst nicht besonders ansprechend. Bei näherem Hinsehen erkennt man aber: Dieses Stück hat Biss.
Mit „Aufbrechen“ will der Jungregisseur Roman Schneeberger Grenzen aufzeigen. Die Aufführung im Theater am Lend beginnt, aber nichts passiert. Dass die Schauspieler im Publikum sitzen, ahnt zu Beginn niemand, allmählich wird aber klar, dass auch das Publikum gefragt ist. „Denn jeder Mensch hat genug zu erzählen und könnte selbst ein Stück schreiben“, so der Regisseur. Zu seiner Truppe zählen Talente wie Eva Maria Prošek, der Franzose Jean Paul Ledun und Margarete Voggeneder.
Warum Kindern der Eintritt untersagt ist, erklärt Schneeberger so: „Der Stoff ist zu schwer. Es geht um alltägliche Themen, mit denen der Mensch konfrontiert wird und umgehen muss.“

Grazer Woche vom 19. Jänner 2011

Samstag, 15.01.2011

Pannen als Motor

Publikum bestimmt den Spielverlauf.

Nichts rührt sich. Etwas stimme nicht mit der Technik. Später geht auch noch das Licht aus im Theater am Lend. Nur Jean-Paul Leduns Handy funktioniert. Der Zirkuskünstler (Roncalli, Tigerpalast), der mit seinem Neffen für den schrägen Mezzanin-Streich „Tarte au Chocolat“ den „Stella“ 2009 erhalten hat, wird privat und stößt damit prompt auf Resonanz. Nicht nur bei den beiden Schauspielerinnen Eva-Maria Prošek und Margarete Voggeneder, die auf seine homoerotischen Bekenntnisse in abgehackten Halbsätzen erst brüskiert und dann mit der Preisgabe eigener Schicksalsschläge reagieren.
Auch das irritierte Publikum blendet sich ein und erzählt von persönlichen Begebenheiten – sanft animiert in Roman Schneebergers „Aufbrechen. Ein halbes Theaterstück“. Eine interessant neuartige Talkshow, in der das Publikum Spannung, Spaß und Spielverlauf bestimmt.

EWS, Kleine Zeitung vom 15. Jänner 2011

Sonntag, 09.01.2011

Theater- Sternstunde,
packend, berührend


Es spielt sich mitten drinnen ab, wenn einer der Sitznachbarn erzählt, wie man Autos und Schlösser knackt, Maulhelden und Betuchte aussackt und wie es ist, wenn einem sieben Jahre der Jugend gestohlen wurden, was in diesem Fall auch Verurteilung zu lebenslangen Diebeszügen bedeutete.

Der inzwischen an Krebs verstorbene, 1957 geborene Karl-Heiz Haiberger hat dem aus Graz stammenden Erfolgsautor Christian Winkler sein über 30 Jahr in Haft verbrachtes Leben erzählt und den Stoff zum ganz außergewöhnlichen Stück „Räuberzelle“ geliefert, das nach der Uraufführung in Jena nun im Grazer Theater am Lend das uniT-Publikum in Atem hält. Als Parabel über das Leben eines Diebes.

Auf Jens Burdes Bühne sieht sich das Publikum im Spiegel. Für atmosphärische Belebung sorgen filmische Erkundungsfahrten durch ein Nobelviertel oder kindliche Königsspiele im Karton-Luftschloß. Vor Beginn haben die brillanten Jenaer Ensemble-Mitglieder Anne Haug, Natalie Hünig, Sebastian Thiers und Mohamed Achour zwischen und Auge in Auge mit den Zuschauern Platz genommen, um abwechselnd und unmittelbar mit dem Monolog des österreichischen Kleinkriminellen zu fesseln.

Szenisch genial aufgebaut, wechselt Winkler ohne Fingerzeig von anfänglicher Diebeskomödie über brutale Schattenseiten zum tragischen Trauerspiel. Eine unvergessliche, intime Sternstunde am Theater.

EWS, Kleine Zeitung vom 09.01.2011

Freitag, 17.12.2010

Alles Echte schwankt

Jörg Albrecht zeigt in seinem Stück "Orlac Hand Out. Mission Invisible 1" am Theater am Lend eine irritierende, amputierte Welt.

Am Ende von Jörg Albrechts "Orlac Hand Out" mutieren selbst Zuhörerohren zum Fragezeichen nach 100 Minuten Sprechblasen-Gewitter. Hut ab vor Steffen Klewar (Regie), Janna Horstmann und Anna Rot, die den kopflastigen Textbrocken im Turbotempo durch gewitzte Szenen jagen.

Wie aus einer Enzyklopädie der Künstlichkeit reiht der Grazer Stadtschreiber Kriegsversehrtheit, Behinderung, plastische Schönheitschirurgie, Prothesen, Sprachspiele aneinander. Eingerahmt in ein Remake des Stummfilms "Orlacs Hände" (1924), überflutet die Koproduktion von copy & waste, uniT Graz und Ringlokschuppen Mülheim mit Fiktionen und des Unechten. Ein irritierender Zeitspiegel.

EWS, Kleine Zeitung vom 17.12.2010

Montag, 29.11.2010

Der Versuch einer scharfen Abrechnung

Weihnachten wird heuer erstmals nicht zu Hause in Oesterreich gefeiert. Weil Thomas Bernhards Punschkrapferl-Sager über Landsleute („Außen rot, innen braun und immer ein wenig b’soffen“) so wahr ist wie Karl Heinz Grassers „Ein guter Tag beginnt mit einem sanierten Budget“ falsch. Kurz: Oesterreich ist scheiße. Weihnachten alleine aber auch.

Susanne Lipinski brilliert in Thomas Sobotkas Regiearbeit von „Heimweh“ auf ganzer Linie. Ihre Darstellung des Kindes vom Dorf ist durch und durch authentisch. Humorvoller als in ihrer „Solo-Kochshow“, eine Kooperation vom Theater t’eig und dem „Toihaus“ Salzburg, wurde schon lang nicht zum Nachdenken über das ach so schöne Oesterreich angeregt.

Kleine Zeitung vom 29.11.2010

Samstag, 27.11.2010

Heimweh in Bestzeit

Kochshow, Kitsch und Kritik: Susanne Lipinski fährt im TaL ihr „Heimweh“ mit Bestzeit ins Ziel
Heiliger Abend, allein in der neuen Wohnung. Das Heimweh macht ein wenig melancholisch – auch wenn man dem Vaterland sehr kritisch gegenübersteht. Erinnerungen – vom Schulschikurs bis zu Heimatfilmen, vom Kinderzimmer bis zu Thomas Bernhard-Zitaten, von Begräbnissen im Geburtsort bis zu legendären Skirennen – kochen hoch und vermischen sich mit dem Duft der Erdäpfel-Brezn-Supp’n, die gerade auf dem Herd steht.
Kollektive Kulturgeschichte und persönliche Biografie, Kitsch und Kritik, Sehnsucht und viel Humor vermischen die Darstellerin und ihr Regisseur Thomas Sobotka in „Heimweh“ zu einem Abend, der das bietet, was viele versprechen und nur wenige halten: große Unterhaltung. Schauen Sie sich das an!

CH, Kronen Zeitung vom 27.11.2010

Samstag, 06.11.2010

Wiener Erfolgstheater im Grazer TaL:

Eine Frau und viele Tote


Aus der Alraunensage nach H.H.Ewers haben Sandra Schüddekopf und Susanne Pirker für das Wiener Erfolgstheater ein Stück über Selbstbestimmung, Manipulation und Gier gemacht.

Ihr Vater, ein Forscher, testet regelmäßig Alraunes Blut, alle Männer liegen ihr zu Füßen und ihre Macht steigt mit jedem Verehrer, der stirbt. Langsam beginnt sie, an ihrer Identität zu zweifeln. Könnte sie wirklich das Ergebnis eines skurrilen Experiments sein?
Mit den bestens für Spannung geeigneten Mitteln der Postdramatik – bewusster Unschärfe und bissiger Ironie – wird in „Alraune“ geschildert, wie sich das Selbst zwischen Manipulation und Gier aufreibt. Die Inszenierung ist erstklassig besetzt und in seiner Holprigkeit dem gesellschaftlichen Status Quo verpflichtet. Ein durchaus gelungener Versuch über einen Mythos.

CH, Kronen Zeitung vom 05.11.2010

Dienstag, 19.10.2010

Kunst und Medizin am Flügel der Fantasie
Constanze Dennigs verzwicktes Virtuosenspiel.


Den hoffnungsträchtigen Pianisten Stefan Ossinsky (Nikolaus Habjan) ereilt ein ähnliches Schicksal wie den Klaviervirtuosen Paul Wittgenstein. Verlor der Bruder des Philosophen seinen rechten Arm im Ersten Weltkrieg, blendet das Regie-Duo Constanze Dennig und Simon Meusburger bei der Uraufführung von "Two Hands ... Phantomschmerz" im Theater am Lend eine drastische Motorradunfall-Szene ein.

Der ehrgeizige Lehrer und väterliche Geliebte Alec Druskjewitsch strebt für seinen Zögling Höheres an als Klavierkonzerte für die linke Hand. Vollblutschauspieler Peter Badstübner beeindruckt als musikbesessener Frankenstein, der mit der Spende seines rechten Arms einen neuen Gulda erschaffen will. Gleichzeitig ist die Transplantation auch eine Herausforderung für die Medizin. Doch der Traum von Vollkommenheit verstrickt sich im zwischenmenschlichen Beziehungsgeflecht, erzählt das vor Gericht angesiedelte Stück rückblickend. Eine verzwickte Geschichte, bei der im Dschungel der Reputationen spektakulär hin und her verpflanzt wird und in der die Ärztin und Autorin Constanze Dennig keinen Spross aus dem Garten ihrer blühenden Fantasie ungepflückt lässt

EWS, Kleine Zeitung vom 19.10.2010

Sonntag, 17.10.2010

Medizinische Metaphern

Medizinerin Constanze Dennig rückt mit „Two hands…Phantomschmerz“ im Grazer Theater am Lend die Problematik der Transplantationschirurgie ins Zentrum. Stefan, das pianistische Wunderkind, lebt seit frühester Jugend mit Klavierlehrer Alec in einer obsessiven künstlerischen wie auch emotionalen Beziehung. Der Verlust des rechten Armes bei einem Unfall, bricht das Gefüge grausam auf. Ärztin Selma führt eine Transplantation von Alecs Arm an Stefan durch und verliebt sich zugleich in den Spender. Und nichts wird gut! Mit einer Journalistin stellt Dennig ein Quartett auf die Bühne, wo jeder jeden benutzt. Als Ärztin und Psychotherapeutin weiß sie, wie es hinter den Kulissen zugeht, als Theatermacherin hat sie sich mit Peter Badstübner, Nikolaus Habjan, Manuela Linshalm und Michaela Schmid eine profunde Besetzung für ihr Stück ausgewählt.

GH, Steirerkrone vom 17. Oktober 2010

Montag, 13.09.2010

bestOFFstyria 2.10:

Nobler Theaterpreis für Obamas Rede

Erstmals in der Geschichte von bestOFFstyria geht der begehrte Theaterland-Preis in Höhe von 7000 Euro heuer an eine Tanzproduktion.
Unter der Choreografie von Marta Navaridas besticht in "Your Majesties" Performer Alexander Deutinger (Foto) als Barack Obama anlässlich dessen Friedensnobelpreis-Rede. Ein famoser Tänzer mit "einer starken Präsenz und Körperlichkeit", der "politische Gebärden in persönliche übergehen lässt", so die Begründung.
Den "Preis der Jury" (2000 Euro) erhalten die DarstellerInnen der t'eig-Produktion "heldInnen". Ihr "alltägliches, familiäres Psychogramm" nach einem Stück von Ewald Palmetshofer überzeugte "mit einer Leichtigkeit und Schnelligkeit".

EWS, Kleine Zeitung vom 12.10.2010

bestOFFstyria 2.10:
TheaterLandPreis 2010 in Höhe von 7000,- € geht an
Marta NAVARIDAS und Alexander DEUTINGER für ihre Produktion «Your Majesties»


Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:
Die Choreographin Marta Navaridas führt den Tänzer Alexander Deutinger alias Barak Obama als gestikulierende Teleprompterin durch seine Rede zur Verleihung des Friedensnobelpreises. Er reagiert auf sein Gegenüber, hält die Originalrede und lässt die politischen Gebärden in persönliche übergehen. Aus alltäglichen Bewegungen werden choreographische. Wie in einer Enzyklopädie der (pseudo)privaten Darstellung werden hier die Techniken der politischen Rede vorgeführt. Der Text wird dabei zur Musik, strukturiert die Bewegung des Tänzers, der mit einer starken Präsenz und Körperlichkeit zu überzeugen vermag. Dabei morphen die Bilder zu Popgesten und Bildwelten der amerikanischen Medien.
Die Jury überzeugte das einfache und klare Konzept, die Präsenz des Tänzers auf der Bühne und das doppelte Spiel. Wir freuen uns auf weitere Gastspiele des Stücks, denn es handelt sich um eine herausragende Arbeit, die im internationalen Maßstab bestehen kann. Wir sind gespannt auf die Weiterentwicklung des Konzepts.

bestOFFstyria 2.10:
Der „Preis der Jury“ in Höhe von 2000,- €, gestiftet von der Stadt Graz, geht an die 5 DarstellerInnen der Produktion «heldInnen»


Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:
Die 5 heldInnen zeigen uns in einer bunten Schaumstoffzelle in bunten Schlafanzügen und mit bunten Gesichtern ihr alltägliches, familiäres Psychodrama mit einer Leichtigkeit und Schnelligkeit, dass die Jury sich ganz wie zu hause fühlte! Wie bunte Sprengkörper rollen die Darsteller über die Bühne, als „Bühnenfamilie“ mit Mutti und David oder als „Theatergruppe“ mit Anna und Peter. Gut gebaut, gut gecoached, gut gesampelt und immer selbstreflexiv überraschen die Darsteller den Zuschauer mit witzigen Arrangements und immer wieder neuen Rollenkonstellationen. Dabei sind die Spieler nicht nur die Ausführenden, sondern bereichern den Abend merklich mit ihren eigenen Biografien und Ideen.
Trotz einer viel zu bunter Ausstattung und einem nicht ganz durchdachten Konzept geben wir den Preis der Jury ausdrücklich an die 5 DarstellerInnen der Produktion:
Anna Wagner, Mona Kospach, Eduard Haberl, Gerhard Prossliner und Peter Harter.
Ihr erhaltet den Preis für Eure darstellerische Leistung. Wir wollen Euch durch diesen Preis nicht zu einem Studienplatzwechsel ermutigen, aber Ihr habt uns an diesem Abend mit Eurer Souveränität, Authentizität, Spielfreude und Coolness, mit Tempo und Rhythmus überzeugt.

bestOFFstyria 2.10:
PublikumsPreis an Nikolaus Habjan mit der Produktion «Der Herr Karl»
Nikolaus Habjan „Der Herr Karl“ (Helmut Qualtinger/Carl Merz)


Nikolaus Habjan gibt den Kellnerlehrling in einem Volkstheaterstück. Sein „Herr Karl“ säuft, raucht und raunzt sich durch die österreichische Geschichte. Eine Beiselmilieustudie im 20erJahre Look, mit Mikroport-Update, rotem Samt, Kellnerfliegen und Grammophon. Souverän beschwört der Puppenspieler Habjan die guten alten Zeiten, dabei erinnern die Puppen schon mal an Otto Dix. Der Text wird als 50er-Jahre-Stück gespielt und verliert dabei die Brisanz gegen die politische Rechte von heute. Formell und inhaltlich bleibt die Inszenierung auf der nostalgischen Wohlfühlebene, obwohl das Talent des Puppenspielers eindeutig ist!

Text: www.theaterland.at

Freitag, 06.08.2010


Ein doppelbödiges Spiel mit zahlreichen Theater-Ikonen

Virtuose Puppentheater-Groteske.

GRAZ. Für doppelbödiges Schauspiel sind virtuos eingesetzte Puppen eine Ideallösung. Das beweist der "Schlussapplaus für Oskar W." von Constanze Dennig im Theater am Lend. Mit herrlich absurdem Humor und großer Präzision setzt das Puppenspielensemble um Nikolaus Habjan Dennigs Groteske um, in der ursprünglich Nestroys "Lumpazivagabundus" einstudiert werden soll. Die getarnte Jeanne Moreau (Margarethe Tiesel) wirft diese Pläne aber für ihren angebeteten Oskar Werner (Nikolaus Habjan) über den Haufen und drängt auf dessen Paraderolle, den "Prinzen von Homburg". Der fantasielose Regisseur (Giuseppe Rizzo) wird dadurch nur noch tiefer in Verzweiflung gestürzt. Dass er Peter Konwitschny doch etwas ähnlich sieht, ist gewiss reiner Zufall. Ein Glanzstück, das laut "Da Capo" ruft.

Montag, 12.07.2010


Schlussapplaus für Oskar W.
Puppentheater von Constanze Dennig © Thomas Sessler Verlag
Ein Theater irgendwo in diesem Universum. Die Proben für die nächste Premiere haben gerade begonnen. Die alternde Diva Ava Valenti, Regisseur Otto Czermak und der Jungschauspieler Alexander Maurer beginnen mit ihrer Arbeit. Doch ein dunkles Geheimnis schwebt über der Produktion, in der keiner wirklich ist, was er vorgibt zu sein.
Eine Puppentheatersatire, wie Sie sie noch nie erlebt haben. Mysteriös, schräg, komisch, spannend. Erleben sie einen aberwitzigen, surrealen Thriller. Die lebensgroßen Puppen werden Sie begeistern!

Puppendesign und –bau: Nikolaus Habjan und Constanze Dennig
Puppenspiel: Nikolaus Habjan, Christoph Hackenberg, Manuela Linshalm, Giuseppe Rizzo und Grete Tiesel
Puppenspieltraining: Nikolaus Habjan
Regie: Simon Meusburger
Premiere: 29. Juli 2010, 20h
im Theater am Lend, 8020 Graz, Wienerstrasse 58a
Weitere Vorstellungen: 30., 31. Juli, 2.,3.,4., 5. August 20h
Kartenreservierung: 0664 8443599, kartenreservierung@theater-am-lend.at
www.theater-am-lend.at
Produktion: Schuberttheater Wien und Theater Dennig-Staub

You Tube:
http://www.youtube.com/watch?v=tZTTPFwvheg&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=Smmpb245gf0&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=afiNic1QQyY&feature=related

Freitag, 28.05.2010

Zoobesuch oder Party hinter Glas

Der Tisch wird gedeckt, die Geburtstagsgäste trudeln ein, erst Stehparty, dann Trinkspiele und als einzige Tonspur Andri Beyelers Gedankensplitter aus dem Off. Zwischengestreut Zeilen über Ängste, Beobachtungen, Fantasien zu „Sie haben heut Abend Gesellschaft“, die Andrea Schabernack in einer Video-Parallelwelt in Szene setzt und Verena Kiegerl (Konzept, Regie) grandios herausschält bei der nonverbalen, zwischenmenschlich aufgeladenen Feier hinter den Glasfronten der Bar im TaL.
Das voyeuristisch amüsierte Publikum vor den Scheiben erinnert an Zoobesucher in der außergewöhnlichen, unbedingt sehenswerten uniT-Artlab-Produktion.

EWS, Kleine Zeitung vom 28.05.2010

Freitag, 21.05.2010

Harmonisches Spiel von Tanz und Musik

Uneitel, unkonventionell, locker,perfekt aufgebaut und in Szene gesetzt: Die Wildlaks-Performance "Auf die Plätze!!!" der steirischen Choreographin Annika Luschin und des norwegischen Komponisten Lars Skoglund landete im Theater am Lend einen Volltreffer. Bei Sport, Spiel und Spaß kommunizieren die brillanten Ausdruckstänzerinnen Eva-Maria Schaller und Marlene Wolfsberger gewitzt mit der virtuosen Geigerin Gunde Jäch-Micko und Cellistin Maiken Beer. Ein Tanzfest für Tennis, Fußball, Rudern. Ein expressives Signal hoch talentierter Körperkunst in harmonischem Einklang mit moderner Musik und begeistert einbezogenem Publikum!

EWS, Kleine Zeitung vom 21.05.2010

Donnerstag, 29.04.2010

In der Endlosschleife des geprobten Aufstands

Nach dem Stück „helden“ von Ewald Palmetshofer und einem Stück Realität von 5heldInnen, so der Untertitel, entwickelt das Theater t’eig und uniT in „heldInnen“ ein dramaturgisch klug gebündeltes Spiel auf unterschiedlichen Realitätsebenen, die, einer alles nivellierenden Demokratie, gleichberechtigt nebeneinander bestehen.
Das Stück, das in Graz nach einer ersten szenischen Lesung beim steirischen herbst 2005 und weiteren internationalen Aufführungen nun der Inszenierung Thomas Sobotkas sicherlich viel verdankt, wird fast zur Gänze nach der Textvorlage gezeigt. Nur an die Stelle eines kommentierenden Nachrichtensprechers tritt die Virtualisierung der Gegenwart. In dieser irrt ein Geschwisterpaar umher auf der Suche nach greifbaren Ursachen seiner Wut, klaren Gegnern und Rettung vor den liberalen Eltern. Jeglicher Gegenentwurf ist nur noch Agent einer scheinheiligen Aufklärung. In einer Welt, in der „es ihnen doch gut geht“ scheint Terror die einzige Antwort. Wobei auch die Wirklichkeit dieses finalen Akts mehr als fraglich bleibt.
Die Authentizität der Aufführung ist aber am besten in den Momenten erlebbar, wenn die (Laien-)Darsteller gekonnt zwischen Rollen wechseln, sich chorisch formieren oder geradewegs aus der konventionellen Szene heraus sich selbst darstellend Autobiografisches zum Besten geben. Die eigentliche Maskerade dieser Comic-helden ist die Transparenz. Die gegen ein Publikum, dessen Engagement sich womöglich im Anschließen an Facebook-Gruppen erschöpft, gerichtete Tirade endet denn auch, von unvermeidbarer Ironie getragen, harmonisch. Ein beinahe zu gut gelungener Abend, der vom Publikum johlend aufgenommen wird.

Falter 17/10, Teresa Falk

Freitag, 23.04.2010

HeldInnen

Im politisch banalen Gesellschaftstümpel

Ende gut, aber nicht alles gut. Denn entgegen dem pfiffigen Finale der "HeldInnen" nach Ewald Palmetshofer greift die Produktion von t'eig und uniT unter Thomas Sobotka nicht nur gesellschaftliche Leere auf, sondern greift einfach nicht und schwimmt zwischen Worthülsen und Schaumstoff-Inhalt. Da retten auch bewußte Brüchigkeit, unkonventionelle Theaterform und ein gewitztes Ensemble wenig. Die Ironisierung betont offener Eltern samt einer vom Wohlstand angesaugten wie angewiderten Jugen planscht mit revolutionären Whirlpool-Blasen im Tümpel des politisch Banalen.

EWS, Kleine Zeitung vom 23.04.2010

Donnerstag, 18.03.2010

Nikolaus Habjan

Star der großen Klappen

Nikolaus Habjan ist Puppenbauer und Puppenspieler. Bitterböse Inhalte sind seine Spezialität.

Die erste Begegnung mit Nikolaus Habjan war 2003 in der Grazer Oper. „Entschuldigen Sie die Störung. Wenn ich vielleicht etwas dazu bemerken dürfte…?,“ fragte Habjan, der ein Gespräch zur bevorstehenden „Zauberflöte“ mitangehört hatte, mit ausgesuchter Höflichkeit. Die „Bemerkungen“ des damals 14-jährigen Gymnasiasten über Intentionen des Regisseurs und mögliche Interpretation waren beeindruckend kundig und eloquent und das Bild eines (sehr) jungen Marcel Prawy drängte sich förmlich auf. Begabtenförderungen nutzte Habjan nämlich schon Jahre vor der Matura für eine Fachbereitschaft zum Thema „Zauberflöte“ und die Erlaubnis der Grazer Oper, bei den Endproben zuzuschauen, führte eine Saison später zu Habjans erster Regiehospitanz bei Beethovens „Fidelio“.

Opernvirus

Mit dem Opernvirus hatte sich allerdings schon der Vierjährige beim ersten Besuch der „Zauberflöte“ und des Salzburger Marionettentheaters infiziert. Von da an sammelte und baute er Marionetten und brachte (mit dem CD-Player im Hintergrund) Opern wie die „Entführung aus dem Serail“ oder den „Freischütz“ auf die heimische Bühne. Workshops bei Neville Tranter im Rahmen von La Strada brachten Habjan, der heuer sein Studium der Musiktheaterregie beendet, zum professionellen Puppenspiel. Nach dem großen Erfolg von „Schlag sie tot“, einem bitterbösen Puppentheater für Erwachsene, ist Habjan nun mit seiner Version des legendären „Herrn Karl“ in Graz zu Gast. Auf Empfehlung von Tranter wurde Habjan zudem am Schweizer Theater Ticino engagiert und auch eine CD-Aufnahme als Kunstpfeifer mit Irene Suchy ist geplant.

Eva Schulz, Kleine Zeitung vom 18. März 2010

Montag, 08.06.2009

THE SKY

Kritik in Kürze

Eine Gruppe junger Menschen, die dem lähmenden Alltag ihres Landes ein wenig Eigeninitiative und Selbstverwirklichung entgegensetzen wollen, sind die Protagonisten von Andrei Kureichiks Stück "The Sky"...
Nach dem Schauspielhaus hat sich nun das Studententheater von uniT der Sache angenommen. Die stimmige Aufführung - in der Regie von Sabine Friesz - im Theater am Lend lebt von der jugendlichen Authentizität der acht Darsteller.
MG, Kronenzeitung vom 08.06.2009

Mittwoch, 27.05.2009

BERLIN ERNSTREUTERPLATZ

Blick nach Berlin

Das Stück "Berlin Ernstreuterplatz" gibt Kopfnüsse auf, wenn man mit der Geschichte Deutschlands, speziell der Berlins wenig vertraut ist. Gefärbt mit Betonungs- und Sprachspielen des jungen deutschen Autors. Eine glänzende intellektuelle Aufarbeitung.

EWS, Kleine Zeitung vom 27.05.2009

Mittwoch, 13.05.2009

GERIATRISCHER COCK TAIL

All dies Elend
Uraufführung von Constanze Dennigs Pflegedrama "Geriatrischer Cock tail" im TaL Graz

Constanze Dennig, Autorin, Ärztin und Prinzipalin des Theaters am Lend hat sich erneut mit einem eher totgeschwiegenen Problemstoff beschäftigt. Ihre "endstationäre Kranken-Kammer-Oper" "Geriatrischer Cock tail", tragikomisch, aber im Mitgefühl nahe am Menschen, nimmt sich der häuslichen Pflege von Schwerstpflegebedürftigen an und hatte nun in der Regie der Autorin und Ewald Preskers im Theater am Lend ihre Uraufführung...
Margarethe Tiesel als Charlotte ist grandios. Die situationstypische Hassliebe zwischen der Pflegenden und dem dauerrenitenten Gepflegten... ergreift. Wolfgang Müller-Lorenz ist fast stumm und erwacht erst am Schluss zu tenoraler Größe, doch ist sein stummes Spiel in einer Rolle, wie er sie gewiss noch nie gespielt hat, umso sprechender. Großer Applaus! Ilse Garzaner als Krankenschwesterhaudegen und Presker als Arzt runden das Ensemble ab.  Empfehlenswert!
Dolf Stockhausen, Die Woche vom 13.05.2009

Dienstag, 12.05.2009

GERIATRISCHER COCK TAIL

Endstation Windelwechseln
"Geriatrischer Cock tail" seziert das Thema Pfelge im Theater am Lend


Constanze Dennig... hat ein Stück vorgelegt, das kräftig am Modell "Kind pflegt Elternteil" kratzt. Dennig inszeniert den Pflegefall Familiensystem: Charlotte, die säuft und im Teufelskreis des Windelwechselns jeden Tag erneut ernüchtert wird. Von ihr selbst, vom Leben, von der Gesellschaft. "Wer bin ich noch?" Sie flüchtet in die Vergangenheit und holt sich Trost aus Hochprozentigem.
Tiesel skizziert auf beeindruckende Weise die Hassliebe zum Vater. Das geht einem fast zu nahe und ist trotzdem oft saukomisch... Und Wolfgang Müller-Lorenz verkörpert den greisen Star derart grandios, dass man sich ihn viel öfter auch auf Sprech-Theaterbühnen wünscht.
Julia Schafferhofer, Kleine Zeitung vom 11.05.2009

Montag, 11.05.2009

GERIATRISCHER COCK TAIL

Hochprozentiger Mix

Geriatrie, das dräuende Gespenst des Alterns, schwebt wie ein Damoklesschwert über unserer immer älter werdenden Gesellschaft. Constanze Dennig hat sich in ihrem neuesten Theaterstück dieses Themas angekommen. Premiere feierte der "Geriatrische Cocktail" am Samstag im Thetaer am Lend.
Und wieder widmet sich Dennig, aus ihrem beruflichen Umfeld als Ärztin heraus, einem medizinisch-gesellschaftlichen Bereich. Der Titel suggeriert schon, dass es sich um eine hochprozentige Mischung handelt, die hier serviert wird...
Wolfgang Müller-Lorenz spielt den sprachunfähigen Tattergreis sehr überzeugend, er wird nur in seinen lichten Momenten und zum Schluss durch Arien aus "Parzival" erlöst. Margarethe Tiesel schafft sehr bedrückende Momente eines verlorenen Lebens..
Bis 30. Mai im Theater am Lend!
Gerd Heide, Kronenzeitung vom 11.05.2009

Mittwoch, 06.05.2009

SAUSCHNEIDN

Guter Schnitt

Der Autor Ewald Palmetshofer und der Regisseur Dieter Boyer arbeiten im Rahmen von uniT schon seit Jahren zusammen. Jetzt brachten sie gemeinsam einen Text von Palmetshofer auf die Bühne. Mit der Produktion von "Sauschneiden" bewiesen die beiden wieder eine gute Zusammenarbeit.
Die Woche, 06.05.2009

Freitag, 01.05.2009

SAUSCHNEIDN

Vom Sturm im Wassereimer

"schauschneidn" von Ewald Palmetshofer wurde in einer neuen Textversion im TaL Graz uraufgeführt. Die Talentprobe eines Senkrechtstarters.
...Es ist das frühe Theaterkind eines Senkrechtstarters, in gutväterlicher Gesellschaft von Achternbuch, Martin Sperr oder Turrini. Am dichtesten in den Passagen, die, als zynische Kommentare zur ausweglosen Lage, eingeschoben wurden, am nachhaltigsten in den Textvertonungen, dargeboten von Susanne Ridler, die mit ihrem elektronischen Kammerpop das Zeug zu einer zweiten Anja Plaschg hat.
Es sei ein "Sturm im Wasserglas der Unterschicht", heißt es im Stück. Es ist mehr: ein solides Eimerchen.
Werner Krause, Kleine Zeitung vom 01.05.2009

Mittwoch, 29.04.2009

SAUSCHNEIDN

Der Prinz muss brennen
Ewald Palmetshofers "Sauschneidn" im TaL.


2005 gewann Ewald Palmetshofer mit "sauschneidn. ein mütterspiel" den Retzhofer Literaturpreis (heuer am 9. Mai). Nun ist das überarbeitete Stück im Theater am Lend zu sehen...
Kleine Zeitung, Sieben Tage vom 29.04.2009

Samstag, 25.04.2009

TARTE AU CHOCOLAT

Theatersterne für Graz

"Stella"-Gala des herausragenden Kinder- und Jugendtheaters gestern am Abend im Grazer Next Liberty. Mit großen steirischen Erfolgen.
Seit Mittwoch stand die Landeshauptstadt ganz im Zeichen des jungen Bühnenzaubers. Noch einmal wurden einige der für den österreichischen Kinder- und Jugendtheaterpreis "Stella 09" nominierten Produktionen präsentiert...
Das Mezzanin-Theater gewann mit der Integrationskomödie "Tarte au Chocolat" in der Kategorie "Herausragende Produktion für Kinder", uniT Graz siegte mit "Missing Endorphines" im Bereich "Herausragende Nachwuchsleistung"...
WK, Kleine Zeitung vom 25.04.2009

Montag, 30.03.2009

FUNFUG

Hoch auf der Leiter
uniT-Tanzwochen


Was man mit zehn Leitern und eben so vielen akrobatischen TänzerInnen auf die Beine stellen kann, führt die artlab-Tanzperformance "FunFug" im TaL eindrucksvoll vor Augen. Zwischen seriellen Alltagsbewegungen formen sich individueller Geist, aus Klettergerüsten Berglandschaften und Häuser.
Großartig hat Robert Rauch mit simplen Mitteln eine ausdrucksstarke, runde Produktion entwickelt, die zu den Höhen der uniT-Tanzwochen zählt.
EWS, Kleine Zeitung vom 29.03.2009

Sonntag, 15.03.2009

HELL'S GATE

Todesstimmung im Tanztheater 
"Hell's Gate" der Gruppe UNICORN zu Gast im Grazer TaL


Düstere Friedhofsstimmung, eine Höhle, drei Monitore als Grabsteine und drei "Leichen". So empfängt "Hell's Gate" - das Tor zur Hölle. Einzeln kriechen sie aus ihren Gräbern und beginnen innerhalb einer ausdrucksstarken Tanzperformance das Scheitern, die Fehler, Versäumnisse, Leidenschaften und Sackgassen ihrer kurzen Leben aus den Lautsprechern herauszuschreien, zu keuchen.
... Im Gegensatz zur "tödlichen Stimmung" steht das schrille Outfit und die musikalisch-textlichen Versatzstücke, die dem Ganzen die ironische Spitze verleihen.
Kronen Zeitung vom 14.03.2009

Dienstag, 03.03.2009

TAL-ALLGEMEIN

"Graz ist nicht Córdoba!"

...International steht die Grazer Autoren-Schmiede uniT im Rampenlicht. Immerhin absolvierten mit Gerhild Steinbuch, Johannes Schrettle und Ewald Palmetshofer auch drei der hoffnungsvollsten Dramatiker des deutschen Sprachraums die Grazer Ausbildung...
Für 2009 hat sich uniT abermals einiges vorgenommen und startet gleich mit einem Höhepunkt in die Saison: Am 29. April geht im Theater am Lend die Uraufführung von Palmetshofers "Schauschneidn" in Szene. "Darauf sind wir schon stolz", berichtet Draxl erfreut, "denn eine Palmetshofer-Uraufführung will derzeit so gut wie jedes Theater machen."
Tobit Schweighofer, derGrazer vom 01.03.2009

Mittwoch, 11.02.2009

LIEBESBRIEFE

Die Liebe ist ein seltsames Spiel

Komplizierte Frage: Was haben die "rote" Tatjana Kaltenbeck-Michl, der "schwarze" Peter Piffl-Percevic, der in jeder Hinsicht fabelhafte Märchen-Mentor Folke Tegetthoff und Kleine Zeitung-Kulturredatkeur Werner Krause gemeinsam? Simple Antwort: die rigorose Verletzung intimer Briefgeheimnisse. Mit viel Charme, Nostalgie und auch der erforderlichen Ironie präsentierte das Quartett, großartig unterstützt von Grete Tiesel, im Grazer Theater am Lend Liebesbriefe.
Wobei vor allem Peter Piffl-Percevic, der in Höchstform agierte, bewies, dass die Liebe, zu Papier gebracht, nicht nur ein seltsames, sondern auch ein höchst vergnügliche Spiel sein kann...
Kleine Zeitung vom 09.02.2009

Sonntag, 01.02.2009

SCHLAG SIE TOT

Puppen dürfen alles - und noch mehr!

Bitterböses Puppentheater für Erwachsene hat Nikolaus Habjan für sein Gastspiel im Grazer Theater am Lend angekündigt. Mit "Schlag sie tot" hat er sein Versprechen eingehalten - die Verwandtschaft zu Lehrer Neville Tranter kann er dabei nicht leugnen...
Gut und böse sind bei Habjan leere Hüllen, die er mit bissigem Witz und böser Satire auffüllt, bis sie platzen....
Sehr sehenswert!
CH, Kronen Zeitung vom 30.01.09

Freitag, 30.01.2009

SCHLAG SIE TOT

Eine morbide Runde im Altenheim

Überspitzte Gesichtszüge und aasige Ausstrahlung: Nikolaus Habjan führt seine Figuren mit Natalie Neumann im "Altersheim Immergrün" an der Hand, rabenschwarz geht es in dieser Endstation zu, Lehrmeister Neville Tranter und Vorbild Georg Kreisler blitzen durch....
Ein schräges Gruselkabinett vom Schubert Theater mit Faschismus, Haider-Verklärung, Ausländerhetze...
EWS, Kleine Zeitung vom 30.01.2009

Montag, 26.01.2009

SCHLAG SIE TOT

Nikolaus Habjan und Natalie Neumann spielen bitterböses Puppentheater für Erwachsene

...Der makabre Titel ist übrigens einem Chanson von Georg Kreisler entlehnt. Nikolaus Habjan, der für Konzept, Puppendesign, Puppenbau und Spiel verantwortlich ist, hat mit Herrn Berni ein "Kind des legendären Herrn Karl" kreiert.
Kleine Zeitung vom 26.01.2009

Dienstag, 20.01.2009

COVERGIRL
oder Wie Lynndie England dazu kam, das böse Amerika zu verkörpern.

Engagiertes Denken

Zwischen Dokumentation und Fiktion, zwischen innerem Monolog und Kabarett bewegt sich "Cover Girl", ein Theaterstück von Barbara Herold, das auf einfühlsame und oft auch humorvolle Weise aus dem Leben der Lynndie England erzählt - ja, von jener amerikanischen Soldatin, die sich mit den Fotos vom Folterskandal in Abu Ghraib ins kollektive Gedächtnis gebrannt hat, ist die Rede...
"Barbara Herold hat mit ihrem Stück auf mutige, genau recherchierte und hochliterarische Weise das 'heiße Eisen' angefasst, das uns grausame und unheilbare Wunden einbrennt, seit die Menschheit Kriege gegeneinander führt", schreibt Felix Mitterer...
Kleine Zeitung vom 19.01.2009

Montag, 19.01.2009

UNDER CONSTRUCTION

Zerfledderung der Zukunft

Aller Anfang ist die Lichtfrage: Futuristisch, warm oder schleierhaft? In Wahrheit dreht sich bei "under construction" im Theater am Lend alles um das Morgen... Rund um Musik und heimelige Handkamera-Bilder klopfen die Studenten der Laienartlab-Truppe von uniT ab, ob wir nur eine Funktion der Evolution erfüllen und wie Dates im Jahr 2035 ablaufen. Das... trifft absolut den angstgebeutelten Nerv der Jungen.
Kleine Zeitung vom 16.01.2009

Dienstag, 30.12.2008

HEUER SCHENKEN WIR UNS NICHTS!

Geschenklos

Das sympathische Duo in Blond, Kristina Sprenger und Serge Falck, brachte mit dem Programm "Heuer schenken wir uns nichts!" besinnliche Stimmung ins Theater am Lend...
Die Woche, Nr. 52 vom 27.12.2008 

Dienstag, 16.12.2008

NON RESPONSE

"Man muss eine Sprache finden gegen die Angst"

Zum Abschluss der AutorInnenwochen von uniT wurde im Theater am Lend das Stück "Non Response" von Gerhild Steinbuch zur Uraufführung gebracht. Was als "Musiktheater" angekündigt war, präsentierte sich unter der konzentrierten Regie von Jan-Christoph Gockel als sortenreines Melodrama; die relativ aufwändig instrumentierte Komposition Florian Geßlers untermalte atmosphärisch die Deklamation der sieben abstrakt gehaltenen Figuren ähnlich geglückter Filmmusik...
Paul Pechmann, Falter Nr. 51, Dezember 2008

Freitag, 12.12.2008

NON RESPONSE

Die vielen Namen der Angst
Sperrig und spannend: das neue Steinbuch-Stück


"Meine Welt ist Gegenwelt; damit etwas entsteht, in Handarbeit die Schädeldecke abgeklopft" - Kernsätze im jüngsten Wurf "Non Response" von Gerhild Steinbuch... Als Versuch gegen die Angst, gegen den Verlust von Ort und Sprache entwickelt die Autorin mit Versatzstücken und verschraubten Redewendungen einen eigenen Sprach-Code, der sich vehement konventionellen Deutungen verschließt...
Dissonant zurückhaltend, dann wieder bombastisch auftrumpfend schlägt das zwölfköpfige Orchester "szene instrumental" den Ton an bei der Uraufführung...
Kleine Zeitung vom 12.12.2008 

Sonntag, 07.12.2008

NON RESPONSE

Durchs Metapherndickicht winden
Musiktheater-Uraufführung von Steinbuch/Geßler im TaL Graz


Die unheilschwangere Geschichte eines Bergbaudorfs erzählt "Non Response" von Gerhild Steinbuch (Text) und Florian Geßler (Musik). Die Koproduktion von "uniT" und "szene instrumental" im Grazer Theater am Lend zeigt dieses gesprochene Musiktheater in oratorienhafter Reduktion. Ein sehr anspruchsvoller, schwieriger Abend um Geschichts- und Sprachverluste... 
Martin Gasser, Kronen Zeitung vom 07.12.2008

Sonntag, 30.11.2008

HUNDERTTAUSEND LO FI-LIEDER

Die B-Seite der Jugend

An Testaufnahmen jugendlichen Protests erinnert sich das Duo "phonofix" (Jörg Albrecht, Text und Matthias Grübel, Musik) in "hunderttausend Lo Fi-Lieder" im Grazer Theater am Lend als Teil der uniT-AutorInnenwochen...
Daraus ergibt sich ein Textkonzert in dem die "Musiker" (Janna Horstmann, Felix Lampe, Steffen Klewar und Jörg Albrecht) über ihre Erinnerungen philosophieren... Es entsteht so etwas wie eine B-Seite der Erinnerungen, auf der die Lo Fi-Proteste der Jugend mit einem verstaubten Laserkopf auf ihre Gültigkeit abgetastet werden.
Christoph Hartner, Kronen Zeitung vom 30.11.2008 

Mittwoch, 19.11.2008

HUNDERTTAUSEND LO FI-LIEDER

Wie protestiert man, Herr Albrecht?

Jörg Albrecht vom Performance-Duo phonofix präsentiert das Stück "hunderttausend Lo Fi-Lieder" im Theater am Lend. "Vielleicht ist eine zeitgemäße Möglichkeit zu protestieren, nicht gegen etwas, sondern ganz klar für etwas Stellung zu beziehen..." 
Falter Nr. 47, November 2008

Montag, 17.11.2008

IN BAHNEN

Endstation Südbahnhof

Menschen im Transit haben es der jungen Dramatikerin Natascha Gangl aus dem uniT-Umfeld angetan, das war schon in "Zugvögel" so. Dort der Bus, jetzt die Bahn...
Regisseur Dieter Boyer bringt die repetitive bis redundante Poesie von Gangls Texten... dort am schönsten zum Klingen, wo er sie über Off-Einspielungen doppelt...
Thomas Wolkinger, Falter Nr. 47, November 2008

Samstag, 15.11.2008

IN BAHNEN

Das Leben in Kreisen fortfahren 
"In Bahnen" von Natascha Gangl im Grazer Theater am Lend


... Mit dem Stück über drei Menschen, die sich gegenseitig in die Bahn geraten, wechselt die steirische Autorin die Karriere-Gleise: von der Regionalbahn zum Intercity-Exress...
Die thematischen Strukturen hält sie dabei stets klein, macht nicht den Fehler, zu viel in ihr Stück verpacken zu wollen. Dieter Boyer hat das Stück ebenso schlicht wie wirkungsvoll inszeniert, die Bilder entstehen ganz unaufgesetzt aus dem Text und dem starken Spiel der Darsteller heraus.
Mit "In Bahnen" löst Gangl ein, was sie mit "Zugvögel" noch etwas unentschlossen versprochen hat. Ihre zirkulären Sprachmalereien lassen eine Sogwirkung entstehen, der es sich auszusetzen lohnt.
Christoph Hartner, Kronen Zeitung vom 15.11.2008

Samstag, 15.11.2008

IN BAHNEN

Drei aus der Bahn geworfene Leute

Wie überleben, wie zusammen leben in Zeiten der Rezession und Depression? Die Jungdramatikerin Natascha Gangl reizt mittels Topos Zug drei Möglichkeiten sprachlich und allegorisch aus: Fortfahren und untertauchen, sich im Kreis bewegen, Rückzug ins Private samt Innenreparatur.
Mit Satzfragmenten und cleverer Bilderbuch-Metaphorik führt ihr Stück "In Bahnen", uraufgeführt im Rahmen der UniT-AutorInnenwochen im Theater am Lend, hoch interessante, aktuelle Reibeflächen betroffener junger Menschen vor Augen. Blendend in Szene gesetzt von Dieter Boyer, hervorragend besetzt...
Kleine Zeitung vom 15.11.2008

Montag, 10.11.2008

TAL-ALLGEMEIN

Die Ott auf nächtlichem Kontrollgang

Schauspiellegende Elfriede Ott besuchte das Theater am Lend in Graz.
... Da staunten die Besucher des "Theater am Lend" in Graz nicht schlecht, als plötzlich ein sehr bekanntes Gesicht unter ihnen im kleinen, aber feinen Zuschauerraum saß. Niemand Geringerer als Kammerschauspielerin Elfriede Ott war aus Wien angereist, um sich die letzte Aufführung des Stückes "Geliebtes Eierschalenkind" anzusehen.
"Ich mach Kontrolle", meinte die Schauspiellegende grinsend. Auf der Bühne stand an diesem Abend nämlich der Grazer Gernot Haas, der mit ihr seit drei jahren die private Schauspielschule "Studio der Erfahrungen" in der Bundeshauptstadt betreibt...
Kleine Zeitung vom 10. 11. 2008

Mittwoch, 05.11.2008

TAL-ALLGEMEIN

Elfriede Ott streckt Fühler nach Graz aus

Nur noch diese Woche läuft die Vorstellung "Geliebtes Eierschalenkind" von Constanze Dennig im Theater am Lend in der Wienerstraße. Und das Finale am Samstag wird sich auch Kammerschauspielerin Elrfriede Ott nicht entgehen lassen. "Sie ist sehr interessiert an der Kultur in der Steiermark und wollte schon lange das Theater sehen, das ja erst heuer eröffnet hat", weiß Dennig. Ein weiterere Anknüpfungspunkt mit dem Theater: Gernot Haas, den Ott einst als Talent entdeckte.
Prominent wird es auch am 17. Dezember, wenn Soko-Kitzbühel-Lady Kristina Sprenger und Schauspieler Serge Falk die Lachmuskeln strapazieren.
Kleine Zeitung vom 5.11.2008

Montag, 03.11.2008

GELIEBTES EIERSCHALENKIND

TaL lebt

"Geliebtes Eierschalenkind" (Lithokelyphopädion) von Constanze Dennig beeindruckte das Publikum bei der Erstaufführung im Theater am Lend, das in kürzester Zeit zur wahren Institution geworden ist...
Steirer Monat, November 2008

Donnerstag, 30.10.2008

GELIEBTES EIERSCHALENKIND

Versteinerungen
Uraufführung von Constanze Dennigs "Geliebtes Eierschalenkind" im Theater am Lend.


"Constanze Dennig, Grazer Autorin und Prinzipalin des Theaters am Lend, ist bekanntlich Ärztin. Geburt und Tod, dazwischen die Liebe, sind besonderer Fokus ihres Werks, aber eben nicht in TV-Serien-Romantik, sondern oft in ihrer Extrem- oder Verneinungsform: unerfüllter Kinderwunsch, Fehlen oder Perversion von Liebe, Tod in Extremsituationen. Ihre Stücke sind oft harte Satiren, die Absonderlichkeiten aufspießen und den Zuschauer heftig schlucken lassen. 
Ihr neuestes Stück, "Geliebtes Eierschalenkind", beschäftigt sich mit einem höchst seltenen medizinischen Phänomen, dem "Steinkind". Frau Schwarz wird ein vor Jahren mit acht Monaten abgestorbener Fötus aus einer Eileiterschwangerschaft herausoperiert ...
Margarethe Tiesel zeichnet den mentalen Weg der Frau Schwarz in die irreale Mutterrolle hinein und wieder heraus treffend nach. Birgit Linauer als verhuschte "weiße Mutter", die schwer unter den Folgen ihres Seitensprungs leidet, steht ihr nicht nach. Markus Schleinzer schreckt als spießiger, gefühlskalter, sadistisch-rachsüchtiger Herr Weiß, Thomas Klees wirkt da als Herr Schwarz mit Vatergefühlen für seinen unehelichen Sohn Manuel sympathischer ... Hart, aber empfehlenswert."
Grazer Woche 

Donnerstag, 30.10.2008

GELIEBTES EIERSCHALENKIND

Vom Trauma zur Tyrannin
Verstörendes "Eierschalenkind" im Theater am Lend


"Traumatisiert verlässt sie nach einer Fehlgeburt die Klinik. Ohne vom toten Kind zu lassen, das sie nun stets begleitet. Nicht den versteinerten Engel, sondern eine Tyrannin, lebendes Ersatzmaterial für sich einfordernd, zeichnet Margarethe Tiesel in Constanze Dennigs 'Geliebtes Eierschalenkind'. Gernot Haas verleiht dem kleinen Monster schnarrende Stimme. Marc von Henning inszeniert im TaL neben Klischees von der sensationsgierigen Journaille die wildwüchsige Fantasie samt Entführung und Seitensprung. Effektvoll die Großprojektionen von Objekten auf dem Bühnen-Spielzeugtisch via Handkamera."
Kleine Zeitung vom 21.10.2008

Sonntag, 05.10.2008

BONANZA

Eigenbrötler vor Berglandschaft
"steirischer herbst": Film-Installation "Bonanza" im Grazer TaL


Fünf Häuser und sieben Einwohner - das ist die Gemeinde Bonanza im US-Staat Colorado... Die Besonnenheit, mit der diese Menschen über das Leben in ihrem Kaff sprechen, die Ruhe, die sie ausstrahlen, übertüncht jedoch oft nur die Gräben, die zwischen ihnen verlaufen..
Die belgische Gruppe Berlin wählte zur Kenntlichmachung solcher Mechanismen die Form einer sensiblen Filmdoku, die simultan auf fünf Schirmen läuft, darüber thront ein Modell des Ortes. Eine etwas behagliche, aber sehr fein gearbeitete Dokumentation.
Martin Gasser, Kronen Zeitung vom 05.10.2008 

Samstag, 04.10.2008

BONANZA

Geschichten aus einer Klein(alm)stadt
Ein kleiner, sehr feiner Abend zu herbst-Beginn.


Der amerikanische Weiler steht im Mittelpunkt der ersten szenischen Produktion des heurigen steirischen herbstes und hatte gestern Abend im Theater am Lend Premiere. Der knapp einstündige Abend kommt ganz ohne leibhaftig anwesende Schauspieler aus...
Auf diese Art entsteht ein fabelhaftes Panoptikum von Amerikas kleinen Leuten, aber auch ein präzises Röntgenbild der Gesellschaft an sich anhand ihrer kleinsten denkbaren Menge. Handwerklich toll gemacht, ist "Bonanza" eine sehenswerte Schnittstelle zwischen Kunst und ganz normalem Leben.
Frido Hütter, Kleine Zeitung vom 03.10.2008 

Samstag, 20.09.2008

MOBY DICK

Die weise Frau und das Meer

Martina Kolbinger-Reiner legt erneut eine Glanzleistung auf die Bühne, wenn sie bei "Moby Dick" in die Tiefen der menschlichen Seele sticht... Unter ausgeklügelter Regie von Hanspeter Horner fesselt die düstere Männergeschichte aus dem Mund einer Frau. Angelegt zwischen Erzählung und Monologen, Puppenspiel und trickreichen Effekten hält die musikalisch stimmig untermalte Mezzanin-Produktin im TaL pausenlos in Atem.
EWS, Kleine Zeitung vom 20.09.2008 

Donnerstag, 18.09.2008

TAL-ALLGEMEIN

Ein Theater streift seine Kinderschuhe ab
Das Theater am Lend wird heuer ein Jahr alt.


Das Theater am Lend feiert in Kürze seinen ersten Geburtstag. Seit Oktober 2007 bietet es Platz für eigene Theater- und Tanzproduktionen sowie Gastspiele aus allen Herren Ländern. Nach der Sommerpause steht nun das Programm für ein weiteres Lebensjahr fest. Die Zuseher können sich wieder auf Hörspiele, das Musikcafé und eine Eigenproduktion von Gründerin Constanze Dennig freuen ...
Das Theater selbst hat seine Kinderschuhe aber bereits abgestreift. "Ein Theater, das nicht von der Oeffentlichkeit aufgezogen wird, ist zwar ein großes Risiko, aber wir jonglieren uns schon durch", verspricht Dennig. Somit ist ein Fortbestehen trotz geringer finanzieller Mittel gesichert.
Anja Rauter, Kleine Zeitung vom 17.09.2008

Freitag, 12.09.2008

TAL-ALLGEMEIN

Haus des Idealismus
Ein Jahr Grazer TaL


Mit 5750 Besuchern bei 115 Veranstaltungen seit der Eröffnung des Hauses vor nicht ganz einem Jahr kann das Theater am Lend eine durchaus erfreuliche erste Bilanz ziehen. Immer noch finanziert sich das TaL großteils aus eigenen Mitteln. "Möglich ist das nur wegen des Idealismus', sagt Hausherrin Constanze Dennig...
Kronen Zeitung vom 12.09.2008

Montag, 16.06.2008

SCHÜRZE, GILET & CO

Im Auge des Betrachters
Graz: uniT-Projekt im Theater am Lend


"Nicht nur schön alt sondern auch alt und schön" - so lautete das Motto einer uniT-Aktion, unter dem Bewohner des Caritas Senioren- und Pflegewohnhauses Graz-St. Peter als "Models" ins Scheinwerferlicht eines Laufsteges im Grazer Theater am Lend traten...
"Modegeschichten" aus der Jugendzeit der Akteure und die Musik von Hendrik Sande, gespielt von der Szene Instrumental unter Wolfgang Hattinger, ergänzten diesen wirklich gelungenen Abend.
Kronen Zeitung, Juni 2008

Mittwoch, 11.06.2008

SCHÜRZE, GILET & CO

Sommernachtsträume im Herbst

...bildet den Auftakt zu einer Kunst-Reihe unter dem Motto "Alt und schön", die zeigen möchte, "dass querdenken und -handeln nicht nur jungen Menschen vorbehalten ist"...
Das Highlight der Reihe verspricht aber eine unkonventionelle Modenschau zu werden: "Schürze, Gilet & Co" will beweisen, dass Schönheit und Mode kein Vorrecht der Jugend sind und wie die Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt, zwischen jungen Modeschöpfern, Designern, Filmemachern, Komponisten und den Bewohnern eines Grazer Seniorenheimes gelingen kann...
Der Standard vom 11. Juni 2008

Samstag, 31.05.2008

LIEBLINGSMENSCHEN

Plastikwelt und viel heiße Luft

"Je mehr man erlebt, umso mehr ist man" - diesem Irrglauben verfallen die Studenten in Laura de Wecks Stück "Lieblingsmenschen"...
Die Inszenierung von Karin Gschiel und Verena Kiegerl (uniT-Artlab) ist auf eine Hupfburg reduziert, auf der sie die Studenten so lange dem wahren Leben nachjagen lassen, bis zumindest einige verstehen, dass Erwachsenwerden bedeutet, die Plastikwelt voll heißer Luft zu verlassen und die Gefahr einzugehen verletzt zu werden...
Christoph Hartner, Kronen Zeitung vom 31. Mai 2008

Freitag, 16.05.2008

WEITER LEBEN - EINE JUGEND

Die Geschichte einer nur zufällig Überlebenden.

Sie spielte Kabarett mit Josef Hader, man kennt sie aus "Hinterholz 8", "Indien" oder in der unvergesslichen Rolle als Anna in Ulrich Seidls "Hundstage": jetzt ist Maria Hofstätter in der Bühnenfassung von Ruth Klügers Roman "Weiter leben - eine Jugend", der Geschichte um eine Auschwitz-Überlebende, in Graz zu sehen.
Kleine Zeitung, Mai 2008 

Donnerstag, 15.05.2008

WEITER LEBEN - EINE JUGEND

Memoiren einer Überlebenden...

Ein Pflichttermin!
derGrazer vom 11. Mai 2008 

Mittwoch, 14.05.2008

THE PLAYGROUND MERIDIAN

... Sophia Laggner hat ihr Fringe-Stück dennoch nach Graz gebracht, mitsamt ihren beiden umwerfenden Schauspiel- und Musikerkolleginnen vom Fixt Point Theatre. Und sie hat dem Theater am Lend damit zu einem weiteren internationalen Off-Off-Kleinod verholfen.
Das liegt auch an Ciklos Organismo Teatral, einer Truppe aus Chile... Die Chilenen spielen Theater wie Kinder, die spielen, ohne Theater zu spielen (und dabei wunderbares Theater spielen): zügellos übersteigerter Aktionismus, lässig... musikalisch und rhythmisch äußerst exakt...
Gregor Schenker und Hermann Götz, Falter, Mai 2008

Donnerstag, 08.05.2008

THE TALE OF A T-SHIRT

Theaterstück zeigt Weg eines T-Shirts namens Susi


T-Shirt Susi hat eine halbe Weltreise hinter sich. Doch anders als ihre Kolleginnen in millionenfacher Ausführung ist sie Gegenstand, sogar Hauptdarstellerin, eines Theaterstücks für Kinder und Erwachsene...
"Wir haben das Thema, den Weg vom Baumwollsamen zum fertigen T-Shirt, aufgegriffen, um die Menschen zum Nachdenken anzuregen, jedoch ohne moralisch zu sein", sagt Sophia Laggner...
Der Standard vom 8. Mai 2008 

Sonntag, 27.04.2008

FEHLERFREI MANGELWARE 

Kleider machen das Spiel
UniT-Tanzprojekt fasziniert mit Esprit und Humor.


... Die unter Direktrice Andrea Fischer in schräge Kostüme gezwängten acht Figuren verleihen der uniT-Tanzperformance "Fehlerfrei Mangelware" im Theater am Lend immensen Spaß. Verstärkt durch exzellenten Musik-Mix, allen voran Jodler-Feinkost von "Stimmhorn". Im Dialog zwischen Bewegung und Kostümen fokussiert Choreografin Madeleine Lissy mit Esprit, Originalität und spürbarer Lust die über Kleidung transportierten Einschränkungen im Kopf und verleiht der Grazer Tanzkultur erneut außerordentliche Impulse. Sehenswert.
Kleine Zeitung vom 27. April 2008

Samstag, 26.04.2008

FEHLERFREI MANGELWARE

In richtungsweisender Kleidung

Modeattribute als Grenzlinien - mit der Tanzperformance "Fehlerfrei Mangelware" hat sich Choreografin Madeleine Lissy vom Kunstverein uniT im Grazer Theater am Lend dieses Themas angenommen.
... In originellen, coolen Bildern bewegen sich die Tänzer langsam zwischen, hinter oder auch innerhalb der weißen, verschiebbaren Kästen auf der Bühne, und die verschiedenen Formen ihrer Kleidung symbolisieren, wieviel oder wie wenig Bewegungsspielraum eigentlich noch bleibt...
Kronen Zeitung vom 26. April 2008

Sonntag, 23.03.2008

HOPPAUF ABENDLAND

Durchs wilde Wildner-Theater

Radikalsatire. Wolfgang Wildner hat ein gestörtes Verhältnis zum Theater - und schrieb jetzt selbst ein politisch unkorrektes Stück.
Ein Jahr lang hat Wolfgang Wildner, im Brotberuf Chefredakteur des "Steirer Monat", an einem Theaterstück gearbeitet, das der Germanist und - nach Eigenaussage - Theaterverweigerer am leichtesten schrieb, während der Fernseher lief.
"Hoppauf Abendland" war das Ergebnis, das am 3. April im Theater am Lend in der Wiener Straße 58 Premiere feiert. "Am Ende waren es 220 Seiten, was einer Aufführungsdauer von 10 Stunden entspricht. Dann hab ich es überarbeitet und es wurde immer länger." Jetzt ist es kürzer - "dafür radikal-satirisch, unkorrekt, ein Selbstmordanschlag auf die Lachmuskeln".
Walter Mocnik, Der Grazer, 23.3.2008

Montag, 21.01.2008

BAUCH ZUR MIETE

Vom Schürfen menschlicher Bodenschätze
Constanze Dennigs Stück über Leihmütter


Eigentlich öffnete das Grazer Theater am Lend schon vor einigen Wochen seine Pforten, aber die Prinzipalin Constanze Dennig sorgte für den offiziellen Eröffnungsakt - mit einem zynischen Bauch- und Paukenschlag. In ihrem jüngsten Stück "Bauch zur Miete" schießt sich die hoch ambitionierte Gesellschaftskritikerin pointiert und deftig auf das ebenso florierende wie fragwürdige Unwesen der Leihmütterschaft und die Kurse an nicht selten illegalen Samenbanken ein.
... Eine schrille Farce über das Schürfen "menschlicher Bodenschätze" und das medizinische Motto "Alles ist brütbar, Frau Milchbar." 75 unterhaltsame Minuten samt guter Schlusspointe...
Kleine Zeitung vom 18.01.2008

Donnerstag, 20.12.2007

TAL-ALLGEMEIN

Wenn schon kein Tollhaus, so ein tolles Haus
Frau Dennig macht Theater am Lend


...ein tolles Haus, das die Kulturlandschaft einer ehemals "Europäischen Kulturhauptstadt" kulturell - in umfassendem Sinne - bereichern und den Stellenwert freier Bühnen konturieren wird.
Ein freies, risikobereites Theater, das immer um Leben spielt und Erfahrungen machen lässt - hoffnungsvoll menschelnd und dem Sinnspruch Oscar Wildes verpflichtet: "Die Bühne scheint mir der Treffpunkt von Kunst und Leben zu sein."
wm-Magazin, Dezember 2007